"i think ... i suppose ... well ..." -- the dead city radio press archive

note: we do not collect everything that's ever been written about dead city radio. you wouldn't want to read what some ignorant tosser from some cheapo blahblah magazine who has never heard of the band, never listened to a single song and never intends to do so, writes about them etc. so here you find only pieces which are worth reading (even if the author hates dead city radio).


(PRINZ, Februar 2003)

»Dead City Radio liefern mit »everything is so beautiful« eine sehr facettenreiche CD ab. Normalerweise fängt man ja nicht mit einer Textanalyse an, wenn man eine CD bespricht, aber bei diesen Texten bleibt man erst mal am Booklet hängen und liest sich durch, was DCR zu sagen haben, manchmal Persönliches, manchmal fast poetisch und zum Glück nie so bedeutungsschwanger, daß man ein Literaturseminar belegen müßte, um mit den Texten etwas anzufangen. Doch zurück zur Musik: Bei den 13 Liedern könnte man auch sagen »13 Farben von Krach« sind hier auf einer CD vereint, mal ruhig und bedrohlich, dann wieder zackig runtergespielt, mal bedächtiger Erzählgesang, dann wieder fröhliches Rumgeschreie, all das wird einem hier geboten. Einerseits klingen manche Stücke aufs erste Anhören ziemlich ungewöhnlich, dann meint man aber gleich wieder, daß man die Sachen schon gehört hat, und dann werden einem wieder Songfetzen um die Ohren gehauen, die man so gar nicht erwartet, man sollte also schon aufmerksam zuhören, sonst entgeht einem die Hälfte des Albums. Fazit: Freunde der späten Clash haben hier genauso ihre Freude wie auch Freunde von abwechslungsreicher Musik, denen das übliche Programm zu abgewetzt und langweilig ist.« (www.southspace.com, Februar 2003)


(Münchner Merkur, 21. Dezember 2002) vergrößerte Ansicht


(Süddeutsche Zeitung, 23. Dezember 2002) vergrößerte Ansicht

Ja, das hat gerade noch gefehlt. Doch, wirklich, diese Version von David Bowies "Heroes" brauchen wir noch, wo es doch erst ungefähr 500 andere gibt. Aber die hier von Dead City Radio, die klingt, als hätte sie irgendeine Berliner New Wave-Band 1980 in ihrem Kellerraum mit kollabierenden Lautsprechern eingespielt, die war es wert, noch einmal auf das Thema der besoffenen Möchtegernhelden an der Mauer zurückzukommen. Übrigens: Das ist nicht einmal ironisch gemeint. Zwar klingt der Rest der neuen CD "Everything is so beautiful" (Aggressive Noise / Rivolta) ziemlich anders und vor allen Dingen vom Sound wesentlich besser, aber "Heroes" zeigt wunderbar, wie charmant und detailverliebt Dead City Radio ihren retrolastigen Gitarrenpop und Punk spielen. 1980 ist 1980 und 1965 ist 1965. Also gibt es astreine Who-Gitarrenriffs, merkwürdig psychedelisch umherschwirrende Backing Vocals, dann wieder segelt das Münchner Trio über monotonen New Wave und rappelnden Deutsch-Punk hin zu Indie-Pop im Stile von Blur und Elastica - was alles noch nicht sonderlich spektakulär wäre, denn einen guten Geschmack pflegen viele Bands. Wer allerdings klaut ausgerechnet bei längst vergessenen einheimischen Punkbands wie Toxoplasma oder den Middle Class Fantasies? Wer rollt das R so bedrohlich wie Rammstein und wirkt doch so britisch wie The Clash, wer schwelgt in mitreißenden Melodien und verteilt gleich darauf Depressiva wie einst Joy Division? Dead City Radio sind schwer zu fassen, weil eigentlich jeder Akkord von ihnen greifbar ist , sich das Ganze aber auf eine Art entzieht, die bei deutschen Bands selten ist. Tatsächlich klingen Michael Sailer, Toll Vale und Drummer Wompl auf ihre Art so hausbacken wie weltläufig. Alles ist da, alles ist einfach, aber es kommt darauf an, wie man es zusammenbaut - und was man wegläßt. Dead City Radio verabscheuen angeblich Grunge und Crossover - und grooven soll möglichst auch nichts. Da konzentriert sich beim zweiten, dritten Hören fast zwangsläufig immer mehr in den ganz frühen Achtzigern, einer Zeit also, in der alles Überflüssige, alles Funkige und Schwülstige verpönt war. Was bleibt, sind einfache Gitarren, eine faszinierende Mischung aus Monotonie, Aggression und eingängigen Refrains. Kurz gesagt: Dead City Radio sind die simple, die experimentelle Wave-Pop-Band, die es in Deutschland nie gab. Oh, es ist nicht 1965 und nicht 1980, sondern 2002, stimmt. Aber vielleicht noch nicht zu spät. Dann wären sie Helden, zumindest für einen Tag.« (Süddeutsche Zeitung, 19. Dezember 2002)


(Süddeutsche Zeitung, 14. Dezember 2002, »CD-Tips von SZ-Kritikern«, empfohlen von Franz Kotteder als »Ein Geheimtip«)

Leider mal wieder alle Vorurteile über die deutsche Musikpresse bestätigt hat ein Text im MUSIKEXPRESS (Januar 2003). Der Autor, dessen Namen wir uns nicht merken müssen, weist vor allem darauf hin, daß dead city radio aus Bayern kommen und deshalb »wie Renate Schmidt« einen »Leidensweg zurücklegen« mußten. Daß auch das Heft, das sein Textchen wegdruckte, aus Bayern kommt, ist hübsch. Glücklicherweise ist der Text kein Resultat einer absolut unbefleckten Kopfempfängnis; der junge Mann fand beim Klischee-Wälzen auch noch ein bißchen Zeit zum Reinhören und stellte dabei fest: »Drohende Hits wie 'Crash (Unconscious)', 'Second Second Second Minute' oder 'Out There (The Loveless Europeans)' sind sorgsam sterilisiert und schockgefrostet. Applaus für die paar hochkarätigen Melodien, die sich durch diese arrogante Tortur nicht vergraulen lassen, sondern eben doch nach und nach im Hirn für Beschäftigung sorgen.« Das ist ihm immerhin drei Sterne (= »passabel«) und die Aufforderung »Hallo, mal bitte von da oben runterpinkeln zwecks Erdung!« wert. Aus unerfindlichen Gründen hat es unsere Internet-Adresse als einzige nicht ins Heft geschafft; andererseits: Man kann nicht, ähem, »alles« haben und muß ja froh sein, wenn sich wenigstens ein Praktikant findet, der sich ein paar Minuten Zeit für Musik »aus Bayern« nimmt.

»Der Untergrund schlägt zurück: Vergeßt The Strokes und wie sie alle heißen - die wahre New New Wave kommt aus München. Fünf Jahre lang arbeiteten Dead City Radio an ihrem zweiten Album "Everything Is So Beautiful" (während der Rest der Welt glaubte, "Quiet" sei "the new Loud" und ähnliches). Jetzt ist es endlich da, und es ist laut, schön, schrill und aufregend. Kein Vergleich trifft wirklich, aber für wen die Popmusik mit Wire und Ultravox! beginnt und mit Elastica, Manic Street Preachers und Placebo noch nicht am Ende ist, der ist hier richtig.« ( hits.musichits.de)

»band from Munich, Germany, smash their instruments on stage, always wear black, hate everything, consider themselves situationist. love pop though, hate all things grunge, crossover and arse-rock, corporate. three EPs, two albums. still unsigned. first album a little poppy with hints of manic street preachers (whom they toured with) and the clash. second album impeccable, resembles the best of placebo, wire, elastica and others, undefinable aftertaste of early roxy, spices from the kraut-rock bowl (neu!). almost too intelligent and smart, with a bowie cover that blows up everything. hard to find, worth looking up.« (from ONWARD, july 2000)

»And just when the song has finished what it has to say, it ends? So simple and yet so rare in this age of 4+ minute radio tracks. ›Below Your City Your City Below‹ is the residue of what all cutting edge pop (especially British) has been doing for 4 decades, defying expectations and drawing in the listener. You can’t get back out because the groove is just too deep to see your way out of. The beat is so thumping, the lyrics so enigmatic that you will just curl up into a ball and be pummeled by pop until you bleed out all your ignorant notions of who is the culprit and who is the victim. Fans of mid-90s Blur and Elastica will get it right away. It’s arty, but it’s not pretentious. It’s deep, but it’s not unfathomable. It’s danceable, but dancers won’t like it. It’s a POP song and people just don’t know what to make of one of those anymore. ›But it’s kind of edgy… is it really pop?‹ the kids ask. OF COURSE IT IS! What do you think people thought the first time they heard ›Satisfaction‹ or ›You Really Got Me‹? They thought, ›This rocks! And it’s catchy.‹ That’s what pop is, or, should I say, what good pop is. So, it’s good pop, but it’s certainly not predictable pop. You won’t hear another single like this one being churned out by some corporate formula (unlike recent corporate pop drivel like Everclear or Bush). It’s a fresh pop idea. Pop used to be full of ideas. Dead City Radio has helped me remember some of them, entangling elements of British Invasion, Glam, Punk, New Wave, and Indie Pop. If you like any quirky cutting-edge pop rock, you have got to like this track.« (from GODSOFMUSIC.COM, british internet music magazine, december 2000 -- needs to be supported!)

»13 songs (plus a hidden track) of Wire/Elvis Costello/Clash inspired stuff from the UK. Really amazing artwork and a unique and interesting sound. I wonder why this stuff doesn't get any press in the USA!!!??? This is great!« (Morphius.com, about "burn future burn we love your face", date unknown)

»Ich hatte bei diesem etwas doofen Namen und dem geschmacklosen, langweiligen Cover auch eine Band erwartet, die ebenfalls doof, geschmacklos und langweilig ist. Doch die Annahme war gottseidank falsch. Die CD beginnt mit einem Stück, das verteufelt an "Should I Stay Or Should I Go" erinnert, teilweise sind ganze markante Passagen geklaut, auf der anderen Seite hat man darauf aufbauend einen eigenen Song aufgesetzt. Dann geht's weiter. "The Big Idiot Parade" ist eher recht furchtbarer Rock, doch danach beginnt dann die CD Spaß zu machen. "The Ice Storm" ist prima altmodischer Punkrock, es folgen prima Songs im sympathischen Wavepunk, im schönster Jesus-And-Mary-Chain- und auch Clash-Manier und manchmal glaubt man sogar daran, daß Billy Idol auch irgendwie mit beteiligt war. So´n bißchen fühlt man sich auch allgemein von diesem DEAD CITY RADIO-Debüt-Album in die Vergangenheit versetzt, so herrlich altmodisch und wave-rockig ist diese ganze Geschichte.« (H.H.) (www.backagain.de, über "burn future burn we love your face", date unknown)